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Wissen/VDE 0100-722
Lesezeit: ca. 7 MinutenLetzte Aktualisierung: März 2026

VDE 0100-722: Normgerechte Elektroinstallation für Ladeinfrastruktur

Was regelt DIN VDE 0100-722?

DIN VDE 0100-722 (Ausgabe 2019) legt die Anforderungen für die Elektroinstallation bei Ladevorgängen für Elektrofahrzeuge fest. Sie gilt für Neuinstallationen und wesentliche Änderungen bestehender Anlagen.

Eigener Stromkreis pro Ladepunkt

Jeder Ladepunkt muss an einem eigenen Stromkreis betrieben werden — nicht zusammen mit anderen Verbrauchern. Das verhindert gegenseitige Beeinflussung und ermöglicht eine sichere Absicherung.

RCD/FI-Schutzschalter: Typ A oder B?

VDE 0100-722 schreibt vor:

  • Typ A: Mindestanforderung, schützt gegen Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme
  • Typ B: Erforderlich, wenn der Ladepunkt glattstromige Fehlerströme erzeugen kann (z.B. einphasige DC-Wallboxen ohne galvanische Trennung)
  • Max. 30 mA Auslösestrom

IP-Schutzklassen

  • Innen (trocken): Mindestens IP44
  • Außen / Tiefgarage: Mindestens IP44, bei Spritzwasserbelastung IP55 empfohlen

Erstprüfung nach VDE 0100-722

Nach der Installation muss eine Erstprüfung gemäß VDE 0100-600 erfolgen. Diese Erstprüfung ist Voraussetzung für die spätere DGUV-V3-Prüfung. Ohne Erstprüfungsprotokoll fehlt ein wesentliches Dokument in der Compliance-Kette.

VDE-0100-722-Checkliste für Betreiber

  • Eigener Stromkreis pro Ladepunkt vorhanden
  • Richtiger RCD-Typ installiert (A oder B)
  • IP-Schutzklasse dem Standort angemessen
  • Überspannungsschutz vorhanden
  • Erstprüfungsprotokoll liegt vor
  • DGUV-V3-Wiederholungsprüfung geplant